Jean Greisch: "Das 'Spiel der Transzendenz', das Selbst und die Frage der Ethik"

Ist nicht jeder Versuch, Heideggers Fundamentalontologie für eine Besinnung auf die Grundlagen der Ethik fruchtbar zu machen, einer Wüstenwanderung vergleichbar? Wie lässt sich Heideggers These verstehen, dass die 'metaphysische Isolierung des Menschen' keineswegs in einen Solipsismus ausmündet, sondern dass gerade sie ein existentiales Verständnis des Miteinanderseins ermöglicht? Lässt sich von Heidegger her die für Ricoeurs Bestimmung der Aufgaben der Ethik ausschlaggebende Dialektik der Selbstheit und der Andersheit begründen? Ist die von Levinas als ethische Grundstruktur aufgestellte 'Verstrickung der Alterität' (intrigue de l’altérité), bzw. die Struktur des 'Einer-für-den-Andern-Seins' ('l’un-pour-l’autre') mit Heideggers Daseins- und Seinsverständnis ganz und gar unverträglich? Diese Fragen sollen durch eine Analyse von Heideggers Verwendung des Begriffes des 'Spiels der Transzendenz' in seiner Einleitung in die Philosophie entfaltet werden.

Jean Greisch is Professor at the Faculty of Philosophy, Institut Catholique, Paris. He is the author of numerours works, among them L’âge hermeneutique de la raison, Cerf 1985. Ontologie et temporalité. Esquisse d’une interprétation integrale de 'Sein und Zeit', PUF 1995. Le Buisson ardent et les lumières de la raison. L’invention de la philosophie de la religion. Vol 1: Héritages et héritiers du XIXe siècle (Cerf 2002); Vol 2: Les approches Phénoménologiques et analytiques (Cerf 2002), Vol 3: Vers un paradigme herméneutique (Cerf 2004). Later this year Greish will publish the work Qui sommes-nous? Chemins phénoménologiques vers l’homme.